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Prosa-Text Wettbewerb 2.Platz wuhu!
Hey there,
ich hab in der Schule einen Prosa (Erzählung) Text Wettbewerb teilgenommen. Alle Klassen konnten da teilnehmen und ich hab den 2.Platz gemacht, wuhu!
Ich habe euch die Kurzgeschichte mal rein kopiert. Ihr müsst ihn natürlich nich lesen, nur wer Zeit und Muße hat xD
Wie findet ihr ihn?
7:59 Uhr
Norik Jörken riss die Augen auf. Schweratmend starrte er auf die Decke seines Zimmers. Was für ein schrecklicher Traum. Er blickte im Zimmer umher und schaute schließlich auf seinen Radiowecker: 7:58 Uhr. Ach zum Glück, dachte er sich, ich kann noch weiter schlafen, um mir wieder den Schlaf zu holen, aus dem ich durch diesen Albtraum herausgerissen worden war. Norik versuchte es, konnte aber einfach nicht einschlafen. Es sollte heute wohl kein schönes Wetter werden, dachte er sich. Denn er hörte den Regen draußen. Der Regen, der auf die noch leicht befahrenen Straßen der Neustadt prasselte und auf die Autos, die dort fuhren. Der Regen, der leicht auf das hölzerne Fensterbrett trommelte. Die Anzeige des Radioweckers sprang auf 7:59 Uhr. Dann schlief Norik ein.
Der Regen fiel weiter auf die Straßen der Neustadt, bis er schließlich verstummte. Als Norik Jörken wieder aufwachte, hörte er nichts mehr. Er blickte wiederum auf die dunkle Zimmerdecke, die er mittlerweile schon seit 25 Jahren jeden Morgen ansehen musste. Er wohnte noch bei seinen Eltern. Sein Radiowecker zeigte 7:59 Uhr an. Norik stand auf, hatte genug davon, konnte nicht mehr schlafen. Er tappte durch sein dunkles Zimmer, tastete sich an der kalten Wand entlang. Zum ersten Mal merkte er, wie rau sie eigentlich war. Sein Zimmer war auch schon lange nicht mehr ausgemalt worden. Die alten Möbel rochen schon leicht modrig. Norik zog die Rollläden hoch und blickte hinaus. Draußen war noch alles nass. Die grau-schwarzen Wolken bedeckten den ganzen Himmel. Es war noch dunkel. Norik machte seine Zimmertür leise auf und blickte noch einmal zurück auf seinen Radiowecker: 7:59 Uhr. Der Wecker musste wohl kaputt sein, dachte sich Norik.
Er ging müde durch das Wohnzimmer. Mutter und Vater müssten doch schon wach sein, dachte er sich. Unter dem Spalt der Küchentür schien helles Licht in das Wohnzimmer. Als er die Tür öffnete, wurde das gesamte Wohnzimmer vom Licht erhellt. Norik trat in die Küche ein und schloss die Tür hinter sich leise. Er blickte sich langsam und müde um und entdeckte seine Mutter zuerst: Sie hielt eine grün-blaue Kaffeetasse in der Hand und hatte noch ihren weiß-beigen Morgenmantel an. Eins war aber bei ihr anders: Sie war scheinbar starr, bewegte sich nicht. Ihr Mund war halb offen, als ob sie zu ihrem Mann sagen wollte, er solle sich doch endlich einmal wieder rasieren. Der Vater machte eine abwehrende Geste und doch bewegten sie sich alle nicht. Norik sah die Eltern verstört an. Was war mit ihnen geschehen? Er fuchtelte mit der Hand hektisch vor ihren Augen herum. Doch sie bewegten sich nicht. Norik sank ängstlich in eine Ecke der Küche und blickte auf die Küchenuhr: 7:59 Uhr. Ihm wurde schwindlig. Er sprang plötzlich auf und flüchtete aus dem Haus auf die Straße. Vereinzelte Regentropfen standen in der Luft. War aller nur ein Traum? Norik hämmerte sich mit der Faust auf den Kopf. Doch es war kein Traum. Er blickte zurück zum Haus und als er sich umdrehte, stand plötzlich ein Auto vor ihm. Norik fiel erschrocken zurück. Doch das Auto bewegte sich nicht. Er stand auf und blickte dem Autofahrer ins Gesicht. Dieser hatte eine glimmende Zigarette im Mund. Der Rauch stand still in der Luft. Noriks Gesicht wurde bleich. Er lief durch die Stadt. Er sah die Menschen, manche mit Einkaufstaschen voll bepackt, andere hatten ihr Kind an der Hand, wieder andere überquerten die Straße. Alle hatten sie Eile und doch standen sie alle still. Er blickte auf die Turmuhr. Nein, sie schlägt nicht, es ist noch immer 7:59 Uhr. Norik sah umher. Die Zeit hatte aufgehört zu laufen und ohne Zeit stehen alle Menschen still, alle, außer Norik Jörken.
Norik machte die Augen auf und starrte auf die dunkle Decke seines Zimmers. Er stand auf und zog die Rollläden hoch. Er ging in die Küche hinaus. Es war noch immer alles gleich. Norik drehte den Wasserhahn auf, um etwas zu trinken. Zu seiner Beruhigung liefen Wasser und Strom noch, wenn auch deutlich schwächer als vor 40 Jahren. 40 Jahre, Norik wusste es nicht so genau. Mit den Jahren hatte er sein Zeitgefühl fast völlig verloren. Er leitete die Jahre von seinen Falten im Gesicht ab. 40 Falten, 40 Jahre. Norik richtete sich sein Frühstück. Das Brot und die Butter nahm er aus einem Supermarkt mit. Das Wort „nehmen“ gefiel Norik besser, er bevorzugte es dem Wort „stehlen“. Er hatte es doch nur genommen, wie auch stehlen, wenn man vor der Kassiererin mit dem vollen Einkaufswagen an der Kasse vorbeigehen konnte. Nachdem er sein Frühstück eingenommen hatte, ging Norik oft spazieren. Dann aß er sein Mittagessen. Die meiste Zeit verbrachte Norik mit dem Lesen von Büchern. Und so ging das schon die ganze Zeit, sein ganzes Leben lang, seit 40 Jahren. Norik blickte auch nur mehr selten in den Spiegel. Oft sagte er, er sei nicht naiv, er möchte nur nicht sehen, wie er alt wird. Er war sogar schon älter als seine Eltern. Norik ging aus dem Haus. Dort auf der Straße sah er immer noch das Auto und den Autofahrer mit der glimmenden Zigarette im Mund. Was sollte er tun? Er konnte nichts tun. Die Turmuhr schlug nicht. Es war 7:59 Uhr.
Norik machte langsam die Augen auf. Er starrte auf die dunkle Zimmerdecke. Norik richtete sich nurmehr selten auf. Er hatte Angst, Angst vor dem Radiowecker. Er starrte oft viele Stunden lang auf seine Zimmerdecke, bewegte sich nicht, versuchte wohl auch still zu sein. Den Vögeln zu lauschen, wo keine waren, den Regen zu hören, der nicht auf die Erde fiel. Das Trinkwasser war schon fast aufgebraucht. Der Wasserhahn tropfte nur noch. Norik musste mehrere Stunden warten, bis sein Glas gefüllt war. Er konnte das ewige Tropfen des Wasserhahns schon nicht mehr hören. Man hörte es bis in sein Zimmer. Norik würde den Wasserhahn so gerne abdrehen, jedoch war er undicht. Also wäre es egal, ob dieser auf- oder zugedreht war, das Tropfen hielt an. 72 Jahre stand die Zeit schon still, dachte sich Norik immer. 72 Jahre, Norik wusste es nicht so genau. Er zählte immer wieder seine Falten im Gesicht, auf der Hoffnung einmal weniger als 72 zu zählen. Zu hoffen, er wäre noch 96 statt 97 Jahre alt. Norik Jörken hatte Durst. Er musste irgendwann aufstehen, dachte er sich. Langsam richtete er sich auf. Sein Rücken tat ihm weh. Er hatte Angst vor dem Radiowecker, Angst vor der Zeit, die er anzeigte, soviel Angst, dass er ihn einmal gepackt und zum Fenster rausgeworfen hatte. Da draußen lag er nun und zeigte keine Zeit mehr, nie mehr, nie mehr, dachte sich Norik immer. Er schloss die Tür seines Zimmers auf. Norik wusste, dass er vor keinem Einbrecher oder Mörder Angst haben brauchte. Allerdings fühlte er sich so sicherer. Norik ging langsam durchs Wohnzimmer. Er war nun schon sehr alt, das wusste Norik Jörken, hatte nur noch wenige Haare am Kopf, musste mit einem Stock gehen, den er sich aus einem Geschäft mitgenommen hatte. Norik ging am Spiegel vorbei. Er wollte nicht mehr hinein sehen, oft sagte er, er sei nicht naiv, er möchte nur nicht sehen, wie alt er war. Norik ging Richtung Küche. Unter dem Spalt der Küchentür sah man kein helles Licht mehr durchscheinen. Norik hatte das Licht abgedreht. Storm sparen, sagte er immer. Er drückte langsam die Türklinke runter und ging durch die Tür. Plötzlich rutschte Norik die Türklinke aus der Hand und er fiel zu Boden. Er atmete nur noch schwach, bis er überhaupt nicht mehr atmete.
Der Minutenzeiger der Turmuhr sprang auf 8.00 Uhr.
lg nEmaTA
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Mit freundlichen Grüßen, nEmaTA.
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